Zecken – Wozu gibt es die eigentlich?

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Zecken – Wozu gibt es die eigentlich?

Sommerzeit ist Zeckenzeit! Nach fast jedem Spaziergang momentan kann man sich sicher sein, dass der Hund mindestens eine Zecke mit nach Hause genommen hat. Und nachdem man die fünfte Zecke in 3 Tagen gefunden und entsorgt hat, fragt man sich doch häufig eine Frage: „Wer braucht eigentlich Zecken?

Das Leben der Zecken

ZeckenWenn wir von einer Zecke sprechen, meinen wir herkömmlicherweise die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus). Dies ist eine von etwa 20 in Deutschland vorkommenden Zecken und die, die am häufigsten Menschen befällt. Jede dieser Zeckenarten hat einen bevorzugten Lieblingswirt, also ein „Lieblingsopfer“. Nur, wenn davon nicht genug zur Verfügung stehen, orientieren sich die Zecken um und saugen auch Blut von anderen Tieren.

Generell hat die Zecke eher ein schlechtes Image. dies liegt nicht nur daran, dass sie als Parasit Blut saugt. Viel mehr als das, macht die Zecke so unbeliebt, dass sie viele Krankheiten übertragen kann. Dazu gehören z.B. Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Ehrlichiose. Aber irgendetwas muss die Zecke doch an sich haben, dass sie immer noch unter uns weilt?

Zecken sind Futter

Zecken gehören – wie auch Spinnen – zu der Klasse der Spinnentiere. Und wie auch Spinnen werden Zecken von vielen Tieren als Nahrungsquelle benutzt. Reptilien und Vögel zum Beispiel gönnen sich gerne mal ein, zwei Zecken als Snack zwischendurch. Es wird sogar berichtet, dass besonders von Zecken heimgesuchte Ortschaften in den USA schon Perlhühner als natürliches Anti-Zeckenmittel durch die Gegend streifen ließen.

Dass Zecken als Nahrung genutzt werden bedeutet also, dass sie fest im Ökosystem verankert sind. Ohne Zecken kann ein System zwar für kurze Zeit überleben oder sich gar umändern und auf den Verlust von Zecken einstellen. Jedoch wird mit jeder wegfallenden Tierart das System schwächer und instabiler. In der heutigen Zeit sollten wir alles tun, um die Artenvielfalt zu erhalten und die Natur zu stärken. Auch wenn das heißt, sich an die ein oder andere Zecke gewöhnen zu müssen.

 

 

Zecken tragen ihr eigenes kleines Mikrosystem in sich

Ähnlich wie der Mensch beheimatet auch die Zecke viele kleine Organismen. Darunter befinden sich Bakterien und Viren. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht besonders einladend klingt, sollten wir uns doch klar machen, dass auch diese Mikroorganismen Teil unseres Ökosystems sind. Wer weiß, wie die Welt ohne sie und ohne die Zecken, in denen sie leben, aussehen würde? Besser, wir erfahren es nicht.

Zecken gehören zur Ökosystem-Polizei

Was erstmal komisch klingt, ist doch wahr. Zecken saugen Blut und schwächen damit ihren Wirt. Durch dieses Schwächen des Wirtes wird seine Fitness beeinflusst. So können viele Zecken zusammen genommen die Anzahl an Wirtstieren kontrollieren. Natürlich reden wir hier von wahnsinnig vielen Zecken, die in der Summe ein paar wenige Tiere töten. Aber genau diese Balance sorgt dafür, dass nicht von einer Tierart zu viele Individuen an einem Ort vorhanden sind.

ZeckenFalls ihr also das nächste Mal, wenn euer Hund wieder Zecken mit heimgebracht habt, verzweifelt und euch fragt, ob diese Viecher denn wirklich sein müssen: Ja, müssen sie. Zecken haben einen besonderen Platz in vielen Ökosystemen und haben sich über Jahrtausende auf diesem Platz behauptet. Die Artenvielfalt auf unserem Planeten nimmt stetig ab und dadurch wird das System Erde immer instabiler. Statt uns also über Zecken zu ärgern, sollten wir doch viel lieber versuchen, uns zu freuen, dass sie noch da sind, um ihren Teil zu einem gesunden Ökosystem beizutragen!

Info zum Autor:

Studentin der Biotechnologie mit biologischem Grundstudium. Hundetrainer-Freundin und momentan Erwerb des Master of Science in den Niederlanden. Fragen zur Biologie des Hundes – immer her damit! Falls du unsere Tipps und Hinweise gut findest dann teil Sie gerne deinem Netzwerk mit - Danke. Hier machen wir auch mit: Facebook | Hundetrainer Netzwerk bei Google + | Twitter

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