Hütehunde

Hütehunde – jeder kennt sie: den hübschen Australian Shepherd, den intelligenten wissbegierigen Border Collie und den Deutschen Schäferhund. All diese Rassen gehören zu der vom FCI definierten Gruppe der Hüte-und Treibhunde. Viele dieser Hunde werden für ihre Intelligenz und ihren „will to please“, sowie ihre Loyalität gegenüber dem Halter geschätzt. Und nicht zuletzt Serien wie „Lassie“ oder „Rex“ haben den Einzug der Hütehunde in die Familienwohnzimmer ermöglicht.

Hütehunde – Ursprünglicher Zweck und Zuchtziele

Doch worum handelt es sich bei dieser Gruppe von Hunden? Ursprünglich sind alle Rassen in dieser Gruppe zu Arbeitszwecken gezüchtet worden. Sei es nun der Australian Cattle Dog, der für das Treiben von Vieh gezüchtet wurde oder der Border Collie, der sich mit der Arbeit am Schaf wohlfühlt. Auch einige Herdenschutzhunde, z.B. der Südrussische Owtscharka sind Teil dieser FCI-Klasse. Dem Herdenschutzhund wird jedoch in Kürze eine eigene Beschreibung zukommen, weswegen sie in diesem Artikel nicht berücksichtigt werden.

Hütehunde wurden auch mit dem Ziel gezüchtet, eine hohe Ausdauer und einen geringen Energieverbrauch zu haben. Dadurch ergibt sich, dass diese Hunde ein sehr hohes Auslastungsniveau fordern. Fehlt es den Hunden an Auslastung, fangen viele von ihnen an, ihre Energie anders zu kanalisieren, indem sie z.B. die Familie hüten oder ihre Ressourcen verteidigen.

Eine der wohl energiereichsten Hunderassen, der Border Collie, gehört auch in diese Kategorie. Bei Unterbeschäftigung entwickeln viele Hunde dieser Rasse stereotypes Verhalten, wie z.B. „Schwanz fangen“ oder hysterisches Bellen. Dies ist nicht nur unangenehm für den Menschen, auch der Hund leidet darunter.

Das Wesen der Hüte- und Treibhunde

Von ihrem ursprünglichem Zweck, dem Treiben und Hüten von verschiedenen Tieren, lassen sich auch die prominentesten Wesenszüge dieser Gruppe von Hunden herleiten. Hüte- und Treibhunde sind in erster Linie Arbeitstiere. Sie sind Hunde, die sich sehr gut erziehen lassen und sind sehr gelehrig. Viele Rassen sind zudem sehr wendig und dennoch kräftig, wodurch sie häufig beim Hundesport wie Agility und Frisbee eingesetzt werden.

Hüte- und Treibhunde sind häufig relativ wachsam und können bisweilen sehr selbstständig sein. Fühlen sie sich jedoch wohl und wissen sich und ihre Familie in Sicherheit, sind sie in der Regel entspannt und sehr anhänglich.

Angemessene Auslastung von Hüte- und Treibhunden

Was kann man also tun, um einem Hüte- oder Treibhund ein gutes Zuhause zu bieten? Das A und O bei diesen Rassen ist generell eine angemessene Auslastung. Auch wenn der Bedarf daran natürlich von Hund zu Hund unterschiedlich ist, gilt generell, dass sehr viel Zeit in die Interaktion mit dem Hund investiert werden muss. Diese Art von Hunden laufen selten „einfach nebenher“ und sind nicht zufrieden mit einem oder zwei kleinen Gassirunden am Tag. Mit dem richtigen Plan sind jedoch auch Hütehunde tolle Familienhunde.

Eine artgerechte Auslastung wäre selbstverständlich für diese Hunde die Arbeit am Schaf bzw. an den ihnen ursprünglich zugedachten Tieren. Wer also eine Herde Schafdogs-1426679_1920e oder Ziegen im Garten halten mag, bietet seinem Hund die perfekte Auslastung! Aber auch andere, an die Hütearbeit angelehnte Hundesportarten, dienen als tolle Beschäftigung für Hund und Herrchen.

Die Sportart Treibball zum Beispiel bietet einen tollen, abwechslungsreichen Sport, bei dem der natürliche Hüteinstinkt des Hundes gefördert wird. Bei diesem Sport geht es darum, einen Ball auf Befehl in bestimmte Richtungen zu treiben. Somit werden also sowohl das Bedürfnis nach körperlicher Auslastung, als auch nach Kopfarbeit befriedigt. Eine weitere beliebte Alternative ist Agility, wobei der Hunde mit Halter einen Parcours durchlaufen muss.

Während bei diesen Sportarten sowohl der Körper als auch der Geist des Hundes gefordert werden, können diese auch getrennt trainiert werden. Es sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass auch wirklich beides beachtet wird. Körperliche Arten der Auslastung sind z.B. Fahrrad fahren oder lange Spaziergänge. Zur geistigen Auslastung kann simples Obedience oder Clickertraining herangezogen werden.

Checkliste: Kann ich einen Hüte- oder Treibhund halten?

Wenn Sie bei allen der folgenden Punkte mit Ja antworten, sind sie generell ein guter Kandidat, um sich einen Hüte- oder Treibhund anzuschaffen. Falls Sie eine oder mehr Fragen mit Nein beantworten, ist ihnen geraten, sich vorher mit einem Hundetrainerin Kontakt zu setzen, um die Möglichkeit, einen solchen Hund zu sich zu nehmen, einmal durchzusprechen.

  • Ich habe genug Platz in meiner Wohnung
  • Ich habe jeden Tag etwa 2-3 Stunden Zeit und Lust, mich mit meinem Hund zu beschäftigen
  • Ich bin bereit, meinen Hund artgerecht mit Hundesport und Kopfarbeit auszulasten
  • Ich kann gewährleisten, dass mein Hund weniger als 4 Stunden am Stück und 8 Stunden am Tag alleine ist
  • Ich habe einen Garten oder einen Ort, an dem der Hund freilaufen kann

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