Wir wünschen uns einen Hund!

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Wir wünschen uns einen Hund!

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Entscheidungshilfe für Sie und Ihre Familie vor der Anschaffung

Einige allgemeine Anmerkungen:

  • Denken Sie daran, dass Sie den Hund vielleicht 14 Jahre lang haben. Er soll gesund und ein fröhlicher Partner an Ihrer Seite sein und bleiben.
  • Wählen Sie den Hund bitte nicht nach Schönheit oder wegen des originellen Aussehens aus. Überzüchtete Hunde gehören zu den Qualzuchten und können krank sein (Möpse verschiedener Zuchtlinien)
  • Auch ein Mischling kann toll in Ihre Familie passen.
  • Hunde aus dem Süden sind gesundheitlich nicht unproblematisch. Informieren Sie sich bitte bei Ihrem Tierarzt und im Internet über Sandmücken und Co
  • Sie bekommen ein einmaliges, eigenständiges neues Familienmitglied, ein Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen. Wenn Sie diese Bedürfnisse nicht erfüllen, zeigt der Hund durch auffälliges Verhalten, das ihm sein Leben an Ihrer Seite nicht gefällt. Der Hund ist ein hoch entwickeltes soziales Rudeltier. Es gibt keine Problemhunde, sondern nur Hunde, die Probleme mit Menschen haben oder hatten.
  • Der Hund ist das einzige Tier, das freiwillig mit uns zusammen arbeiten möchte und uns seine Sinne zur Verfügung stellt.
  • „Familienhunde“ gibt es nicht. Einige Rassen und Mischlinge kann man mit Wissen und Können  leichter zu einem Familienhund formen als andere. Alle Rassen und Mischlinge kann ich durch Unwissenheit aggressiv machen.
  • Sie sind bereit, dem Hund Erziehungssicherheit und Verhaltensgewissheit zu vermitteln! Damit sind Sie bereit, ihn zu beschützen!

Familienrat – was Sie alles vorher bedenken und wissen sollten:

  • Setzen Sie sich mit allen Personen zusammen, die später mit dem Hund zu tun haben. Alle sollten sich für den Hund Zeit nehmen wollen.
  • Sie haben geklärt, dass Sie im Haus einen Hund halten dürfen.
  • Keiner in Ihrer Familie hat eine Hundehaar-Allergie.
  • Suchen Sie sich bitte den Hund nicht nach Niedlichkeit oder Schönheit aus, sondern wählen Sie eine Rasse oder einen Mischling, der zu Ihrem Leben passt. Sie können einen ruhigen Vertreter seiner Rasse erwischen oder einen mit geistigem Anspruch.
  • Fragen Sie sich, ob Sie der richtige Halter für diese Hunderasse sind. Können Sie dem Beruf des Hundes gerecht werden?
  • Sie haben sich über den Beruf des Hundes informiert und wissen, wofür er gezüchtet wurde: Schäfer-Hund, Hüte-Hund, alle Hunde sind als Fleischesser Jagdhunde. „Familienhund“ ist nicht vorgesehen, das müssen wir uns verdienen und erarbeiten.
  • Den Beruf des Hundes zu kennen, ist sehr wichtig, weil eine Unterdrückung des Jagdtriebes zum Beispiel ohne Ersatztraining Verhaltensauffälligkeiten zeitigen, der Hund zeigt seine Unzufriedenheit z. B. durch Dauerkläffen.
  • Sie bekommen ein eigenständiges neues Familienmitglied, ein Wesen mit Gefühlen und Bedürfnissen. Der Hund ist ein hoch entwickeltes soziales Rudeltier und möchte am liebsten immer mit Ihnen zusammen sein.
  • Informieren Sie sich über Qualzuchten (einige Zuchtlinien Mops, Sharpei und alle Stupsnasigen).
  • Wenn Sie Familie haben und berufstätig sind, wählen Sie einen pflegeleichten Hund, den Sie nicht nach jedem Spaziergang entfilzen müssen.
  • Viele Terrier-Rassen müssen getrimmt werden. Prüfen Sie, ob ein Hundesalon in Ihrer Nähe ist und ob Sie die Kosten tragen möchten. Der Vorteil ist, dass der Hund weniger haart und pflegeleichter ist.
  • Sie wissen, dass Sie kleinere Kinder überhaupt nie mit dem Hund allein lassen dürfen (vielleicht ab 14 Jahren). Spaziergänge ohne Begleitung eines Erwachsenen müssen tabu sein. Kinder probieren gern aus „ob der Hund was macht“ – auch die Geduld des friedlichsten Hundes endet, wenn das Kind ihm Klammern in die Ohren tackert – er wehrt den Schmerz mit einem Biss ab…20.000 Kinder werden im Jahr vom Familienhund gebissen – das sind nur die gemeldeten Unfälle…

Die Anfangsbegeisterung nimmt meistens schnell ab, Computer, Fußball, Freunde und andere Hobbys warten.

  • Sie denken, dass Ihre Kinder für den Hund da sind? Wenn er größer ist, eher nicht. Auch wenn der Hund die ersten Probleme macht und knappt, ist das Interesse schnell vorbei. Es ist eine hohe Kunst der Eltern,  Kind und Hund zusammen zu bringen, weil es dem Kind viel Respekt und Wollen abverlangt – nicht nur Raufen und Spielen.
  • Sind Sie als Eltern bereit und in der Lage, sich vielleicht 14 Jahre lang um den Hund zu kümmern? Sie haben sich überlegt, wie Sie Beruf, Halbtagsstelle und sonstige Hobbys mit dem Hund verknüpfen?
  • Ein Hund bedeutet Verzicht. Wenn Sie das zufriedene Hundeleben ernst nehmen und verantwortungsvoll handeln, schränkt er Ihre Freiheit ein.
  • Wenn Sie weiterhin Flugreisen unternehmen wollen, wählen Sie einen Hund unter 8 KG, damit er in einer Box zu Ihnen in den Passagierraum kommen kann.
  • Sie sagen: „Früher hatten wir auch einen Hund, der ist einfach so mitgelaufen.“ Super! Aber nun bekommen Sie einen Hund,  der völlig andere Bedingungen stellt, vergleichbar mit einem unberechenbaren Adoptiv-Kind.
  • Stellen Sie bitte keine Vergleiche mit einem früheren oder anderen Hund an.
  • Jeder Hund ist anders, jeder Hund ist ein absolutes und eigenständiges Individuum, einmalig. Vielleicht auch einmalig aufsässig, schwierig, aggressiv –können Sie damit umgehen?
  • Der Hund ist, wie er ist. Wir sind diejenigen, die ihm aus seinen Fehldispositionen heraus helfen müssen – aktiv und wissend
  • Trauen Sie sich viel Geduld und Durchhaltevermögen zu?
  • Wissen Sie wen oder wo Sie Hilfe erhalten können?
  • Haben Sie, wenn Sie arbeiten gehen,  eine gute Betreuung, die nicht so oft wechseln sollte?
  • Sie wissen, dass die Gewöhnung an eine Pflegestelle Geduld erfordert?
  • Sie haben sich informiert, dass ein frühes (vom ersten Tag an)  Alleinbleibe-Training unerlässlich ist, damit Sie nicht Ihre Freiheit verlieren?
  • Sie sind der Ansicht, dass man Hunde genauso wie Kinder nicht verwöhnen sollte, sonst werden sie auffällig und aufsässig, um auf ihren Mangel hinzuweisen.
  • Eine Hundepension und Gassidienste  kosten Geld. Wenn Sie ohne Hund Urlaub machen, kostet Sie das wenigstens 20.- Euro pro Tag bei einer guten, zwingerfreien Unterbringung.
  • Sie wissen, dass das Training für die nächsten 14 Jahre  in den ersten vier Monaten stattfindet. Danach geht das erste Hunde-Leben-Zeitfenster zu. Die erste Prägung –  negativ oder positiv – ist weitgehend abgeschlossen 

Kosten mit denen Sie rechnen müssen:

Hunde-Kosten

  • Ein Welpe kann rund 500.- bis nach oben offen kosten.
  • Tierarzt – Impfungen, evtl. Kastration und Gesundheitschecks
  • Besonders bei den Hunden aus dem Ausland
  • Hundesteuer – je nach Bundesland unterschiedlich (Hessen ca. 70.- Euro im Jahr)
  • Versicherung/Haftpflicht
  • Unverzichtbar, weil der Hundehalter „verhaltens- und verschuldensunabhängig“ haftet, also immer.
  • Futterkosten pro Monat: ca 100.- Euro für einen gesunden Hund
  • Ausstattung ca 100.- Euro und mehr je nach Luxus
  • Hundefriseur, der pro Stunde ca. 45 – 50 Euro verlangt
  • Training je nach Leistung der Schule ab 45. Euro aufwärts
  • In einigen Bundesländern ist ein Hundeführerschein Pflicht: ca. 180.- Euro

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Info zum Autor:

Hallo, das ist Shadow, mein Altdeutscher Hütehund. Mit ihm zusammen habe ich zwei Bücher geschrieben und zwei Filme gedreht – Wissen muss geteilt werden. Ich habe viel gelesen und unzählige Seminare besucht, aber das meiste hat mir die Beobachtung der Hunde gebracht, die mein Training zusammen mit ihren Besitzern besuchen. „Der Hund ist wie er ist, der Mensch muss lernen“, ist all meine Erfahrung auf den Punkt gebracht. Über den Lernprozess und was dabei herausgekommen ist, möchte ich im Hundetrainer –Netzwerk schreiben und freue mich auf viele neue Kontakte, herzliche Grüße Inge Büttner-Vogt

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