Wir wünschen uns einen Hund – Hundezüchter!

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Wir wünschen uns einen Hund – Hundezüchter!

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Entscheidungshilfe für Sie und Ihre Familie vor der Anschaffung

Rüde oder Hündin?

Früher habe ich auf Hündinnen geschworen, bis mich mein Hund „Shadow“ lehrte, dass er als Rüde schmusen kann, trainierbar ist und unendlich lernen kann. Vielleicht ist eine Hündin im einen oder anderen Fall leichter zu führen – aber wie gesagt: Alle Hunde sind völlig verschieden. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl.

Hunde sind innerhalb eines Wurfes genau so unterschiedlich wie Menschengeschwister. Niemand käme auf die Idee zu sagen: „Dunkelhaarige deutsche Mädchen lassen sich leichter erziehen als blonde…“

Zuerst einmal erhalten Sie einen „Phänotyp“, der aussieht wie ein Labrador. Ob sich dieser Hund als Lamm oder Stier entwickeln wird, sehen nur sehr gute Züchter. Darauf müssen Sie sich verlassen.  Unglücklicherweise bekommen Sie den Hund meistens in seiner Angstphase (12. Woche). Nun liegt es an Ihnen und Ihrer Kunst, den kleinen Hund zu beschützen, anzuleiten und zu „Ihrem“ Familienhund zu machen.

Versuchen Sie, den Hund bereits in der 8. Woche zu bekommen, dann fällt die Eingewöhnung leichter.

Sie haben sich nicht abschrecken lassen? Sie wollen einen Hund! Super. Dann gehen Sie jetzt auf die Suche nach einem Züchter. Sie haben das Internet befragt, Vermittler ausfindig gemacht, weil Sie einen Mischling wollen.

Sie haben sich für eine Rasse entschieden? Sie haben gelesen, dass diese Rasse gute Familienhunde sind? Sie haben gehört, dass diese Rasse sich selbst erzieht? (Das erzählen manche Züchter ihren Labrador-Kunden!!!)

Glauben Sie bitte nichts davon!

Der Hundezüchter / Vermittler

Hier ist eine Frageliste, die Sie dem Hundezüchter persönlich oder am Telefon stellen sollten. Nehmen Sie zu dem persönlichen Gespräch nicht Ihre Kinder mit, damit Sie klar denken können – Sie haben diesen Hund 14 Jahre!

Hundezuechter-und-Welpen

Warum?

Es ist nahezu unmöglich, sachlich zu bleiben, wenn die kleinen niedlichen Kerle beim Hundezüchter auf Sie zukommen – aber Ihr Bauchgefühl sagt NEIN, besonders, wenn Ihre Kinder sich schon einen Welpen geschnappt haben, der aber wieder vom Arm springen will und sich versteckt. Lassen Sie die Finger davon, bitte kein Mitleid!

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Züchter Sie über Ihre Lebensumstände ausfragt, er möchte und muss auch mit seiner Zucht Geld verdienen – ergreifen Sie auf jeden Fall die Initiative:

Zuerst ein Anruf beim Hundezüchter

Wir haben uns für einen Hund XY entschieden und Sie im Internet gefunden. Können wir Sie besuchen und die Mutter, die Elterntiere sehen?

Ja, nein, wissen Sie, die Mutter ist gerade auf einer Ausstellung (legen Sie auf)

Wann haben die Welpen den ersten Kontakt mit Menschen gehabt?

Gar nicht, die kleinen Hunde sind ganz ruhig aufgezogen worden – ohne Störungen, damit sie gesund bleiben und keinen Schrecken bekommen.

Finger weg, weil die Hundchen Entwicklungsstörungen haben können. Sie kennen vermutlich keine Geräusche, Kinder. Autos, Teppich- und andere Böden. Die Erziehung kann sehr schwierig werden, weil Sie meinen, einen „ängstlichen“ Hund zu haben. Dabei bekommen Sie einen entwicklungsgestörten Welpen. Suchen Sie weiter!

Aber wenn der Hundezüchter von sich aus sagt: „Sie können die Elterntiere sehen. Wir haben bereits in der zweiten Woche dem menschlichen Geruch ausgesetzt, sie haben sanften Stress erlebt. Sie kennen die Leine, das Auto, wir pfeifen, wenn es Futter gibt. Die Welpen haben sich kurz vor Abgabe auf Gras versäubert – Sie werden kaum Probleme mit der Stubenreinheit haben.“ Da stimmt alles, diese Antworten sollten Sie bekommen.

Warum?

Stellen Sie sich vor, der Hundezüchter hat Zeitung, Tepichboden, Katzenstreu oder Sägespäne gehabt. Sie haben keinen Grund gesehen zu fragen.  Sie werden verzweifeln, weil der Welpe sich draußen nicht löst.  Fragen Sie, auf was die Welpen sich zuletzt versäubert haben. Sollte es Zeitung sein, nehmen Sie unbedingt eine Probe mit nach Hause und legen Sie sie auf der Wiese aus. Der olfaktorische (Geruchs-) Reiz muss stimmen, sonst pinkelt der Welpe draußen nicht, sondern wartet drinnen, bis Sie die Tageszeitung lesen.

Der Züchter fragt Sie nach Ihrer Familie, das ist richtig. Nicht wichtig wäre die Frage nach dem Garten. Wir haben 3000 qm Grund hinter dem Haus. Keiner meiner (Pflege-) – Hunde würde es einfallen, dort seinem „Auslauf“ nachzugehen. Sie denken immer, sie versäumen bei mir etwas, weil ich viel spiele, spannend bin und sie nach ihrer Art beschäftige.  Wenn Sie mit Ihrem Hund spielen und arbeiten, brauchen Sie keinen Garten. Man schickt ein hochentwickeltes, soziales Rudeltier sowieso nicht allein raus und lässt ihn dort am Zaun bellen!

Sehen Sie sich die Zuchtlinie/ Rasse vorher genau an: Aus vielen Mopszuchten bekommen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen kranken Hund, dem das Gaumensegel zurückgezüchtet wurde, um einen Niedlichkeitsfaktor (Glotzaugen) für Sie zu erreichen. Der Mops kommt nur mit Kaiserschnitt zur Welt, weil er einen übergroßen Kopf hat, und er muss künstlich ernährt werden. Er bekommt lebenslang schlecht Luft, er gehört zu den sogenannten „Qualzuchten“ wie andere stupsnasige Rassen. Suchen Sie sich eine gesunde Zuchtlinie!

Bei jeder Rasse (auch wenn es anderes im Hundebuch steht!!!) können Sie einen lupenreinen Jäger erwischen, Beagle, Border-Terrier und Jack-Russell zum Beispiel, super-Hunde, aber eben Jäger und dann erst (vielleicht) Familienhunde.

Es gibt keine Hunde, die automatisch geeignet sind. Das ist ebenso ein Märchen wie „Welpenschutz“. Sogenannte „Familienhund-Rassen“ können einen starken Jagd- oder Geschlechtstrieb entwickeln. Ein guter Züchter könnte so etwas sehen. Denken Sie auch jetzt daran: Jeder Hund eines Wurfes ist so unterschiedlich, wie Kinder innerhalb einer Familie! Wenn der Züchter Ihnen einen Hund gibt, der zu Ihnen passt, ist die Chance größer, dass Sie sich einen Familienhund heranziehen können.

Eine Garantie ist die Rasse nicht. Denn auch der beste Hund mit den besten Voraussetzungen muss als Familienhund scheitern, wenn Sie ihn nicht beschützen, führen und erziehen.

Prüfen Sie, ob der Hundezüchter eine Leistungszucht hat. Da haben Sie eine gewisse Garantie, dass die Welpen gesund sind. Wenn der Züchter in seinen Ahnentafeln immer auf Schönheit gezüchtet hat, kann das auf Kosten der geistigen Gesundheit gehen, Ihr Hund ist schön aber doof. Da es nur wenige Schönheiten gibt, kann auch die körperliche Gesundheit leiden – schauen Sie genau hin! Fragen Sie nach! Prüfen Sie die Ahnentafeln! Achten Sie auf „frisches Blut“ von außen! Wobei bekannt ist, dass letztlich alle Rassehunde aus Inzucht entstanden sind.

Man kann sich viele Tierarztkosten und anderen Ärger ersparen, wenn man vorher sehr kritisch ist.

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Info zum Autor:

Hallo, das ist Shadow, mein Altdeutscher Hütehund. Mit ihm zusammen habe ich zwei Bücher geschrieben und zwei Filme gedreht – Wissen muss geteilt werden. Ich habe viel gelesen und unzählige Seminare besucht, aber das meiste hat mir die Beobachtung der Hunde gebracht, die mein Training zusammen mit ihren Besitzern besuchen. „Der Hund ist wie er ist, der Mensch muss lernen“, ist all meine Erfahrung auf den Punkt gebracht. Über den Lernprozess und was dabei herausgekommen ist, möchte ich im Hundetrainer –Netzwerk schreiben und freue mich auf viele neue Kontakte, herzliche Grüße Inge Büttner-Vogt

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